WIE FRAUEN ALS FEMALE LEADER JETZT ENDLICH DIE TOP MANAGEMENT EBENE ROCKEN!

 

Warum ist es nur weiterhin so völlig ungewöhnlich, dass einer Frau genug Akzeptanz und Vertrauen auf Top Management Ebene entgegengebracht wird? Viele wertvolle Programme zur Förderung von Frauen im oberen Management sind in den Unternehmen bereits etabliert - und greifen einfach nicht wie gewünscht.

 

Allseits bekannt ist, dass die Herausforderungen der Digitalen Zukunft nur divers, mit unterschiedlichsten Skills und außerhalb von traditionellen Mechanismen zu meistern sind.

Dennoch: Nachdem die Allbright-Stiftung in einer Studie kürzlich aufgezeigt hat, dass auch in den kommenden Jahren im Vorstand mit der Zielgröße Null bei Frauen geplant wird, besteht dringender Handlungsbedarf.

 

Gern steuere ich meine eigene Erfahrungen aus diversen Projekten auf Top Management Ebenen multinationaler Konzerne bei, um diesen doch offensichtlich von vielen Menschen ungewünschten Zustand zu verändern.

 

Wie immer bei Veränderungen gelingen diese nur, wenn auch die innere Haltung von der einzuführenden Neuerung überzeugt ist. Wenn es an der Haltung hapert, helfen auch noch so viele Programme, Broschüren und die tägliche Informationsflut in den Medien nicht weiter. Mehr Frauen im Top Management werden erst dann sichtbar, wenn jeder und jede Einzelne ihre innere Haltung auf das gewünschte Ziel ausrichtet.

 

Die berühmte „gläserne Decke“ gibt es gar nicht

 

Es ist wie mit den rosa Elefanten. Ist der Begriff einmal im Bewusstsein, muss man ständig an ihn denken. Ähnlich verhält es sich mit der „gläsernen Decke“ zwischen dem mittleren und oberen Management.

 

In Zeiten, in denen ich sehr aktiv in Projektverankerungen eingebunden war, hatte ich diesen Begriff überhaupt nicht auf dem Schirm. Dadurch, dass er mir überhaupt nicht im Bewusstsein war, stand er auch nicht behindernd zwischen mir und den Ansprechpartnern der Top-Führungsebenen.

 

Entscheidend war für mich immer, ein win-win in der Sache mit den Gesprächspartnern herzustellen. Hierzu zählte natürlich, einen geschärften Blick für mein Gegenüber zu haben, um eine gemeinsame Lösung in den Aufgaben herbeizuführen. Wie kam er daher? Was war ihm wichtig?

Hier können Frauen mit ihrer hohen emotionalen und sozialen Intelligenz punkten. Zurkognitiven Intelligenz erzähle ich unten mehr.

 

Vertrauen aufbauen statt „unconscious bias“

 

Um auf Top Management Ebene ein gemeinsames Ziel zu erreichen, ist eine Grundvoraussetzung, Vertrauen aufbauen zu können. Hier haben es Frauen schwerer, da sie noch immer keine Selbstverständlichkeit auf fachlicher Augenhöhe im Top Management sind. Häufig habe ich im Gespräch mit männlichen Top Managern durchaus nachvollziehbare Zurückhaltung erlebt.

 

Natürlich, als Frau ist man ein ungeübter Gesprächspartner für Männer in strategischen Themen. Mann kennt Frau im Business eher als Assistentin, Chefsekretärin oder sonstigen „dienenden“ Funktionen. Willkommen

im Club der „unconscious bias“.

 

Bringt man als Frau aber ein eigenes, sichtbares Rollenverständnis mit, dass man SELBSTVERSTÄNDLICH aufgrund seiner Ausbildung, Qualifikation und fachlichen Kompetenz ein Gesprächspartner auf Augenhöhe ist, kann das Eis schmelzen. Und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit ist möglich.

 

Die eigene hohe Intelligenz als „innere Stahlwand“

 

Extrem hartnäckig merke ich bei manchen Chefs, dass die weibliche Kompetenz in der Sache angezweifelt wird. Sehr häufig habe ich erlebt, dass sogenannte „Machtspielchen“ stattfanden, um zu testen, wie standhaft man als Frau auf der Top Management Bühne ist.

 

Da nun wiederholt bewiesen ist, dass Frauen die besseren Schulabschlüsse haben und auch an den Universitäten mehr und mehr in den sogenannten „harten“ Studienfächern den Jungs den Rang ablaufen, bewegt sich diese irrige Annahme bei manchen Chefs in Richtung „Ammenmärchen“.

 

Erst kürzlich habe ich wieder gelesen, dass der Mensch mit dem höchsten gemessenen Intelliqenzquotienten weltweit eine Frau ist (mit einem IQ von 228, normal sind leicht über 100). Also wozu die Spielchen?

 

Weiß Frau um ihre eigene Kompetenz, kann sie sämtliche ihr entgegengebrachten Zweifel mit einem müden Lächeln an 

sich abprallen lassen.

 

Es macht dann so richtig Spaß, dem Gegenüber im amüsanten Schlagabtausch zu zeigen, dass er allen Grund für gehörigen Respekt und Wertschätzung haben sollte. Schließlich kann er aus der gemeinsamen Zusammenarbeit enormen Nutzen auch für seine eigenen Ziele ziehen.

 

Umgang mit abwertender Rhetorik

 

Eine abwertende Rhetorik zeigt sich trotz Anwendung der oben erwähnten Stellhebel dennoch bei so manchen „hartgesottenen“ Top Managern.

Tief Luft holen, hier greift zweierlei. Zum einen SIND manche Menschen einfach so, es ist ihnen nicht in die Wiege gelegt, geschmeidig und schmeichlerisch zu kommunizieren. Da kann man dann nur milde innerlich den Kopf schütteln und denken: „OK, fehlende Kinderstube“. Auf keinen Fall sollte Frau hier Energie in misssionarisches Bekehren investieren. Einfach auf der Sachebene weitermachen und mit guten Fakten-Argumenten punkten. Der Respekt und die Augenhöhe kommen dann von ganz allein.

 

Fieser allerdings ist ein geringschätziger Tonfall. In der Partnerschaft gilt sowas allgemein als „emotionale Gewalt“. Im Job erlaubt sich so mancher dennoch solche totalen no go`s.

 

Durchschaut man dies, hilft hier nur noch ein „Wie billig, Schätzchen“ als Gedanke. Um dem Gegenüber sodann glasklar zu machen, dass man auf dieser Spur überhaupt nicht ansprechbar ist. Margret Thatcher, die ehemalige „Eiserne Lady“ der Briten lässt grüßen.

 

Management ist schließlich kein Sandkastenspiel, sondern echtes Business.

 


Annette Alsleben ist Management-Beraterin, Referentin, Buchautorin und Beirätin. Ihr Schwerpunkt: Management und Leadership in der Digitalen Zukunft. Die Ökonomin hat über 20 Jahre Praxis als Managerin auf Top Management-Ebene in namhaften Weltkonzernen. In den letzten Jahren steuerte sie diverse unternehmensweite Großprojekte (z.B. BMW, LIDL).

 

Ihr aktuelles Buch - auch als Hörbuch:
DA VINCI Management - Orell Füssli Verlag/audible.de. Mehr unter :
DA VINCI MANAGEMENT - Annette-Alsleben

 

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