WIE DIGITAL LEADERSHIP - INTELLIGENZ FUNKTIONIERT

 

Was in der digitalen Welt mehr und mehr wichtig wird, ist die Fähigkeit, die »Leute ins Boot zu holen«. Natürlich geht es auch in Zukunft darum, als

Manager »das gewisse Etwas« zu haben. Weiter werden Attribute wie Charisma, Ausstrahlung und Persönlichkeit von großer Bedeutung sein.

 

Aber eben nicht mehr im Sinne von: »Ich bin viel toller als ihr«, sondern als Kennzeichen eines Sympathieträgers.

 

Führungskräfte, die andere durch ihre Natürlichkeit und Bodenständigkeit in ihren Bann ziehen können, gelten nicht nur als extrem sympathisch, sondern beweisen - wissenschaftlich erwiesen - auch eine deutlich bessere Performance in ihren Aufgaben.

 

Vor einiger Zeit fiel mir in einem Automotive-Unternehmen ein Bereichsleiter auf, der gern im lässigen Hemd ohne Krawatte und mit einem Pulli um die Schulter gehängt auftrat – auch bei Ansprachen auf großen Mitarbeiter-Veranstaltungen. Was ihn auch heute noch auszeichnet, sind ehrliches Auftreten, Transparenz in der Kommunikation und Verständnis für die Mitarbeiter. Das lebt er und dafür wird er »geliebt«. Die Mannschaft steht hinter ihm und er hat ihr volles Vertrauen.

 

Er hat die Fähigkeit der »Digital Leader-Intelligenz« – und hält sich auch

weiter mit Erfolg auf Top-Management-Ebene.

 

Wirkung erzielen durch „Digital Leader-Intelligenz“

 

Worum geht’s bei der „Digital Leader-Intelligenz“ im Wesentlichen? Es sind 3 Dinge, die ich aktuell immer wieder als bewährt erlebe und gern anwende:

 

1. Interesse am anderen zeigen:

Was Menschen als sympathisch erleben und schätzen, ist, wenn man aktiv auf sie zugeht und sich für sie interessiert. Wenn man Fragen stellt und ihnen zuhört. Mitarbeiter erleben dadurch Anerkennung und Respekt.

Wichtig ist natürlich, dass diese Haltung ernst gemeint ist und als glaubwürdig erscheint. Schnell durchschauen Mitarbeiter instinktiv, ob ihr Chef »echt« ist oder nur der von oben verordneten neuen Führungskultur Folge leistet. Ein echtes »Menschen mögen« wird hier vorausgesetzt.

 

2. Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit:

Diese Kernkompetenzen sind ein absolutes Muss. Völlig unglaubwürdig machen sich Manager z.B. beim »Schönreden« von unangenehmen Botschaften. Diese haben oft schon lange als »Flur-Funk« durch das Unternehmen die Runde gemacht. Hier gilt es, mit der richtigen Dosierung an

realen Informationen die Mitarbeiter aufrichtig und ehrlich einzubinden. Zu

schnell machen sich Manager sonst mit »Propaganda-Gerede« unglaubwürdig.

 

3. Nicht im Rampenlicht stehen wollen:

Typischerweise wird der Typus Manager, der im Rampenlicht stehen will, schnell entlarvt und erntet eher mitleidiges Lächeln statt Applaus. Zu klar liegt auf der Hand, dass durch ihr Verhalten ihr inneres Verlangen nach Anerkennung erfüllt werden soll. Das »Lechzen nach Aufmerksamkeit« wird schnell mit einem schwachen Selbstbewusstsein und einer »Profilierungsneurose« in Verbindung gebracht. Vielmehr sind einem die Aufmerksamkeit und Sympathie sicher, wenn man sich freundlich, rücksichtsvoll und selbstbewusst zeigt.

 

Eine zentrale Voraussetzung für die richtigen Impulse und Botschaften in der

Mitarbeiterkommunikation ist allerdings ein klarer Blick für das Wesentliche;

also die Kompetenz, inhaltlich zu erfassen, was aktuell die jeweiligen Kernprobleme sind. Hierzu ist es absolut notwendig, als Führungskraft gut vernetzt zu sein.

 

Erst im regelmäßigen, informellen Austausch ergibt sich, was das

„Fieberthermometer“ gerade anzeigt und welche Weichenstellungen jeweils erste Priorität haben. Nur so können Probleme quasi »an der Wurzel« angepackt und die richtigen Lösungen auf den Weg gebracht werden.

 

Denn entscheidend ist das Erreichte und nicht das Erzählte.

 

 

Foto: sloanreview.mit.edu  J. McConell - Digital Leadership Apr. 2018

   


Annette Alsleben ist Management-Beraterin, Referentin und Buchautorin sowie Dozentin an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). Ihr Schwerpunkt: Management und Leadership in der Digitalen Welt. Die Ökonomin hat über 20 Jahre Praxis als Managerin auf Top Management-Ebene in namhaften Weltkonzernen. In den letzten Jahren steuerte sie diverse unternehmensweite Großprojekte (z.B. BMW, LIDL). Ihr aktuelles Buch:
DA VINCI Management - Orell Füssli Verlag/audible.de. Mehr unter :
DA VINCI MANAGEMENT - Annette-Alsleben

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0