Female  Leadership - Läuft nicht nur über "Optik"

  

In den letzten Tagen erschienen vermehrt Artikel zum Thema „Styling für

Business - Frauen“ in den Medien. Auch die Diskussion um die neue Barbie, die jetzt

auch dick oder schwarz sein darf - oder sogar ein Kopftuch trägt, ist noch nicht

lange her.

 

Was bei mir dabei als Botschaft unter´m Strich ankommt: Mädels, wollt ihr in

der Welt des Business was sein, achtet auf euer Äußeres! More sex and style

please!

 

Wahre Wirkung kommt von innen

 

Ehrlich gesagt, löst das bei mir ziemlichen Widerstand aus, da meine Erfahrungen

in eine ganz andere Richtung gehen.

 

MEINE Kernbotschaft lautet: Wahre Wirkung kommt von innen – Styling und Äußeres ist „nice-to have!“.

 

Ob jemand eine Menge Zeit und Geld darin investiert, sollte jedem selbst überlassen sein – unabhängig vom Diktat der Medien.

 

Im Gegenteil:

Gerade der MEGA-Erfolg von der Sängerin Adele zeigt uns, dass Frauen auch

mollig eine Top-Aufmerksamkeit und Wirkung erzielen können: Im Fall von Adele

durch ihre Stimme und super viel Gefühl in den Songs!

 

Optik ist ein Türöffner – mehr nicht!

 

Denke ich dabei an meine eigene Führungspraxis zwischen all` den Alpha-Männern, freue ich mich – na klar!- auch immer über Komplimente der Herren zu meinem Äußeren.

 

Natürlich achte ich darauf, im korrekten, gepflegten Business-Style mit dezentem Make-up in Entscheider-Meetings anzutreten. Die Garderobe darf auch ruhig weiblich sein. Aber immer formal korrekt und anschlussfähig, nie „too much“.

 

Natürlich ist ein gekonntes Styling bei Business Frauen ein Türöffner für Sympathie und

Zugewandheit. Aber Styling ist doch „nice-to-have“! Das Eigentliche ist immer das, was dann erst folgt! In der Hoffnung, dass es folgt…

 

Womit man als ambitionierter Mann/Frau wirklich überzeugt, sind die Fähigkeiten in der SACHE. Mir war es daher immer wichtig, nach dem ersten Austausch von netten

Komplimenten zum Äußeren schnell weiter zu den Inhalten zu kommen.

 

Wirklich entscheidend sind die Inhalte, nicht die Verpackung

 

Die äußere Optik ist sicher entscheidend für das eigene Wohlbefinden, da nehme ich

mich nicht raus. Sicher kommt man/frau besser in der Vorstandspräsentation daher, wenn die Garderobe hochwertig und die Haare gut frisiert sind.

 

Letztens erzählte mir eine junge Führungskraft, dass er heute seinen Hochzeitsanzug für die Bereichsleiterpräsentation angezogen hat – auch ok.

 

Andererseits störe ich mich daran, wenn ich einen „seniorigen“ Topmanager neben mir habe, der ein wirklich „ olles“ Tweet-Jackett trägt. Das obendrein auch noch leicht

„streng“ riecht.

 

Fahnen von After-Shave an gelackten Berater-Geckos mit gegeeltem Haar mag ich allerdings auch nicht. Die gesunde Mischung macht`s!

 

Der Glaube an sich und seine Fähigkeiten

 

Was wirklich entscheidend ist, ist der Glaube an sich und seine Fähigkeiten -

die man/frau geschickt im Miteinander einsetzen kann. Da kann auch das engere

Kostüm oder die höheren Pumps Türöffner und Mittel zum Zweck sein. Solange es „nice-to-have“ bleibt und die wahren PS der Person noch folgen. Sonst schießt Frau sich

schnell ins Weltall und die Decke bleibt undurchdringlich gläsern.

 

Die Frauen um mich herum, die ich im Top Management erlebe, sind allesamt bodenständig und geerdet. Da gibt es kein „Geflöte“ und „Gesäusel“. Hier wurde sich Respekt und Achtung durch fachliche Fähigkeiten, der Glaube an sich selbst und souveränes Verhalten im Miteinander erarbeitet. Schritt für Schritt – das geht nicht „über Nacht“ und auch nicht mit Botox. Überzeugungskraft ist m.E. zum Großteil innere

Veranlagung und liegt in den Genen.

 

Ich erlebe sogar, dass ein Zuviel an Styling eher vom Eigentlichen ablenkt.

Schließlich geht es im Ergebnis immer um fachlichen Fortschritt und Performance

in der Sache.

 

Ich kenne ambitionierte Frauen, die wahnsinnig viel Zeit und Geld in ihre Optik

investieren. Eine davon hat dadurch immer einen vollen Kalender bei Mittagessen-Verabredungen.

 

Sie isst stets in Begleitung von Herren, die das genießen – und sie auch! Jeder

wie er mag. Die Frau hat keine Kinder und lebt in einer losen Partnerschaft.

Ok, wenn sie die Zeit hat und es ihr Spaß macht…

 

Hat jede ambitionierte Frau Zeit und Lust dazu?

 

Mir wäre das zu stressig. Und Zeit und Lust habe ich dafür auch nicht. Ich denke dabei vor allem auch an die karriereambitionierten Mütter unter uns, mich

eingeschlossen.

 

Das Thema Frauenquote ist schließlich weiter eine Riesennummer. Und Schlusslicht in der weltweiten Geburtenrate sind wir in Deutschland ja auch…

 

Wie kriegt man also die ambitionierten Mütter in die Chefsessel? Immerhin stellen

sie einen hohen Anteil an Potential in der Altersgruppe „Top Management“.

 

Sicher nicht durch ein Diktat in Sachen „Mädels, tuned euch für die Jungs, damit es im

Business klappt!“ Das löst bei mir und den gut qualifizierten Müttern höchstens

Schnapp-Atmung und Aggression aus. Also weg vom Styling-Streß hin zu einem

gesunden Anspruch im Sinne von „jede wie sie mag“.

 

Investition in die Kids statt ins Designer-Kostüm

 

Schließlich genießen wir top ausgebildeten Mütter auch gern die Zeit am Nachmittag mit den Kindern. Und unterstützen dabei, das „Faktengeballere“ bei den Hausaufgaben für die Schule in den Griff zu kriegen.

 

Außerdem stehen Mütter immer auch vor der Alternativ-Entscheidung: Wähle ich das teure Designer-Kostüm fürs Business oder investieren wir in Ballett, Sport oder Instrumentenunterricht für die Kinder?

 

Auch der teure Familienurlaub, Skifahren mit den Kids und das 4*-Wellness-Familienhotel wollen schließlich bezahlt sein. Was das alles kostet! Nicht alle Familien wohnen zudem auf dem Lande, sondern müssen irgendwie die Mieten in den deutschen Großstädten auf den Tisch kriegen. Wohin da die Entscheidung geht, ist klar.

 

Nur authentisch ist Frau glaubwürdig

 

Also: Druck raus bei der ganzen Diskussion um Stil und Style! Jede Frau wie sie mag.

Wirkliche Performance wird in der Sache, nicht durch die Optik geliefert. Habt Spaß am Styling, aber konzentriert euch auf das Wesentliche!

Wahre Glaubwürdigkeit zeigt sich wie immer, wenn man authentisch ist.

 

Übrigens:

Letztens wurde in einem namhaften Konzern ein ehemaliger Bereichsleiter zum

Vorstand berufen, der brillant in den Inhalten ist – aber in Bereichsleiter-Meetings

häufiger völlig nachlässig in mausgrauem Freizeitlook daherkam. Geht auch.

 

Wozu also der Stress?

 


Annette Alsleben ist Management-Beraterin, Rednerin und Ökonomin.

Ihre Spezialisierung ist der Wertewandel im Management im digitalen Zeitalter.

 

Als langjährige Führungsfrau steuerte sie mehrere unternehmensweite Großprojekte bei internationalen Konzernen (z.B. BMW, LIDL) und hat reichlich Erfahrung in der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Top-Management.

 

Aktuell gibt sie ihren reichen Erfahrungsschatz unterhaltsam und emotional erlebbar auf Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Workshops und in Fachartikeln weiter. Neugierig geworden? Hier geht`s zum  Angebot.


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