Ziele und Zahlen – Alles klar im Jahresendgalopp?


Ein Blick auf den Kalender – Schweiß  im Nacken: nur noch wenige Wochen, das letzte Quartal ist angebrochen und die Zeit fliegt bis Weihnachten.

 

Und ? Sind die Ziele erreicht und die Soll-Zahlen erfüllt ? Alles im Plan ?!?...

 

Wahrscheinlich nicht. So wie bei den meisten. Wie auch?


Bereits bei der Zielvorgabe war eh klar: sie sind mal wieder so utopisch, dass sie nach menschlichem Ermessen eigentlich nicht erreicht werden können. Dennoch bemüht man sich – der Erwartungsdruck ist schließlich hoch.

 

So mancher kämpft in diesen Tagen auch noch mit einer kräftigen Erkältung - man könnte eigentlich ein paar Tage am Stück durchschlafen. Und der Blick in das trübe Herbstwetter gibt uns auch nicht wirklich den nötigen Jahresendschwung.

 

Wie kommt man bloß aus dieser Nummer raus?

 

Eigentlich ist es die Erfahrung, die hier zu nötiger Gelassenheit verhilft

 

Typisch ist in der Regel bereits bei der Zielenennung, dass sie utopisch sind.

Diejenigen, die die Ziele ausgeben, tun dies nicht selten aus dem äußeren

Wettbewerbsdruck heraus – was die können, müssen wir toppen. Oder sind es

vielleicht letztendlich meine eigenen an mich gesetzten Ziele? Was ist realistisch, was ist gewünschte Fiktion?

 

Unbestritten, zumindest sind sie ein Ansporn. Dennoch ist erlaubt zu hinterfragen, was davon leistbar ist. Und es ist zu analysieren, welche Unwägbarkeiten die Ziele enorm in Frage stellen können. Sowohl intern als auch von außen. Hier ist als Zielenehmer so

viel Selbstbewusstsein erlaubt, mit dem Zielegeber in Verhandlung zu treten.

Denn eine genaue Kenntnis der fachlichen Ausgangssituation kann hier aufklären

und - geschickt argumentiert - auch überzeugen. Klar, da ist gute Rhetorik

gefragt – eine erlernbare Kunst.

 

Meine Erfahrung zeigt: so manche Ziele wurden eher aus persönlichem Ehrgeiz denn aus genauer Kenntnis der Sachlage heraus festgelegt. Und ließen sich mit klar aufgezeigten Fakten auf ein gesundes Maß herunterschrauben. Es bleibt: ein leistbarer

Ansporn, der motiviert und im Jahresendgeschäft für Gelassenheit auf der Zielgeraden sorgt.

 

Ok, so mancher Zielegeber lässt sich dennoch nicht auf das gewünschte Ziel-erreichungsmaß erweichen. Wie auch? Oft wird er ja selber angeschaut und gemessen, wie es um die eigene Performance steht. Da wird der Druck nur „durchgereicht“.

 

Entscheidend sind die richtigen Unterstützer im Boot

 

Hier hilft es, sich möglichst die richtigen Unterstützer ins Boot zu holen. Wer hat die nötige Expertisé ? Wer kann entlasten und hat idealerweise auch noch einen persönlichen Nutzen davon? Sich in der Umgebung umzuhören und kundzutun, welche Bedarfe man selber hat, kann so manche Türen öffnen.

 

Was es braucht, ist hier der Mut und Offenheit, andere um Unterstützung zu bitten. Und zwar derart, dass diejenigen davon auch noch profitieren. Auch dies: eine erlernbare Fähigkeit. Ein paar Mal mit Erfolg ausprobiert, lässt einen hier über sich hinauswachsen. Oft habe ich erlebt, dass allein der Austausch über so manche fachliche Herausforderung dem einen oder anderen den entscheidenden Tipp oder Namen entlockte, der der Sache einen enormen Turbo gab. Und eigentlich nicht viel Mühe kostete. Im Nachgang konnten sich dann beide über den Erfolg bei der Zielerreichung freuen.

 

Denn die Zeit der einsamen Kapitäne ist ja Gott sei Dank vorbei.

Zu kämpfen haben alle.

 

Halten Sie den Zielegeber bei Laune

 

Und ganz entscheidend ist für mich immer wieder: von wem kommt das Ziel? Was ist ihm dabei besonders wichtig? Worauf legt der Zielegeber besonders Wert? Das kann

man erfragen.

Charmant, versteht sich. Auch mal bei einem gemeinsamen Essen, nicht nur in den Besprechungsräumen. Und dann gilt es: dran bleiben.

 

Regelmäßige Zwischenreviews und Ziele-Checks gemeinsam mit dem Zielegeber

helfen hier. Kritisch wird hinterfragt: was ist geschafft? Ist man auf Kurs? Wo

verzettelt man sich gerade? Wo läuft etwas aus dem Ruder? Hier ist es eher ein

Zeichen von Schwäche, stets den anderen oder der „allgemeinen Lage“ die Schuld

an der Nichterreichung zu geben. Damit wird man schnell unglaubwürdig.

 

Entscheidend: hier ist immer Offenheit gefragt. Und Lösungsideen zur Kurskorrektur. Gerade erst dadurch gewinnt man an Standing und Stärke. Und behält den klaren Blick dafür, was wirklich wichtig ist.

 

Fazit:

Sie machen Ihren Job dann erfolgreich, wenn der Zielegeber mit Ihnen zufrieden ist und nicht, wenn die Soll-Vorgabe erfüllt ist. Nicht der Fleißigste gewinnt,

sondern der mit den besten Kontakten.

 

Investieren Sie in die richtigen Ziele!

 

 

 


Annette Alsleben ist Rednerin und Managementberaterin.

Ihre Spezialisierung ist der Wertewandel im Management im digitalen Zeitalter.

 

Als langjährige Führungsfrau steuerte sie mehrere unternehmensweite Großprojekte bei  internationalen Konzernen (z.B. BMW, LIDL) und arbeitete viel mit dem
Top-Management zusammen.

 

Aktuell gibt sie ihren reichen Erfahrungsschatz unterhaltsam und emotional erlebbar auf Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Workshops und in Interviews weiter. Neugierig geworden? Hier geht`s zum  Angebot.


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