Management ist wie eine Löwendressur


Letzten Samstag war ich mit meiner Familie im Zirkus. Richtig klasse war die Löwen-dressur. Eine tolle Leistung des Dompteurs: die Show war beeindruckend und die Performance perfekt! 28 starke Löwen, ein perfektes Zusammenspiel auf Augenhöhe zwischen den Tieren und dem Dompteur.  


Übertragbar auf das Management?

 

Viel „Fingerspitzengefühl“ und harte Arbeit auf der mentalen Ebene 

 

Mein Mann meinte am Ende: whow, da gehört ja ganz schön viel Psychologie dazu!

Genau. Damit die Performance stimmt und die „Tierchen“ mitgehen, braucht es viel „Fingerspitzengefühl“ und harte Arbeit auf der mentalen Ebene. 

Ein ausgeklügeltes Spiel zwischen Nähe und Distanz. Und vor allem: gegenseitiger Respekt vor den Stärken und der Andersartigkeit des Anderen.

 

Ich finde das gut übertragbar auf die aktuelle Situation im Management. Chefs haben es

i.d.R. mit sehr selbstbewussten, fordernden und ziemlich schlauen Köpfen zu tun. Die zeigen ziemlich schnell, wenn der Chef seiner Führungsaufgabe nicht richtig  nach-kommt. Schließlich leben wir ja in einer Wissensgesellschaft. Das Modell „top-down“ zieht schon lange nicht mehr. Menschen wollen anders gewonnen und motiviert werden.

 

Mitarbeiterpotential nutzen: lästiger Psychokram?

 

Es gilt schließlich, das volle Potential der Mitarbeiter zu nutzen und damit eine bestmögliche unternehmerische Performance hinzukriegen. Eine zentrale Aufgabe des Managements.

 

Wie das zu bewerkstelligen ist, ist zugegebenermaßen eine echte Herausforderung für so manchen Manager, der es mit so`n „Psychokram“ nicht so hat und eher auf seine fachliche Expertise setzt.

 

Also gut, dem einen liegt`s im Blut, alles prima, der Laden läuft. Dem anderen ist`s nicht in die Wiege gelegt, er / sie tut sich als Chef schwer damit.

 

Und jetzt? Nicht beachten? Geht nicht mehr. Der Druck ist zu groß, die Frustration

der Mitarbeiter zu hoch, als dafür auf beiden Ohren taub zu sein. Die Lösung: sich

der Herausforderung stellen!

 

Schauen wir nochmal auf den Löwendompteur. Was hat der gemacht?

 

Erst Vertrauen aufbauen, dann führen

 

Schon im letzten Jahr wurden die damals noch jungen Löwen dem Zirkuszuschauer gezeigt. Mit dem klaren Hinweis des Dompteurs: „liebe Zuschauer, bevor ich Ihnen die

perfekte Show mit den Löwen zeigen kann, muss ich erst ihr Vertrauen gewinnen.

 

D.h. Zeit mit ihnen verbringen, sie kennenlernen und einen Draht zu ihnen aufbauen.“ Man merkte schnell: hier kommt viel Emotion und Psychologie ins Spiel. Und mentale Stärke des Dompteurs.

Es gilt, den Tieren Respekt entgegenzubringen, Achtung vor ihrer Kraft und Stärke zu

haben und ihnen dennoch zu signalisieren: ich bin Euer Chef, ihr könnt mir vertrauen.

ist das nicht etwas, was man/frau sich auch im Chef-mitarbeiter-Verhältnis wünscht?

 

Sie wissen ja: eine falsche Handbewegung des Dompteurs wird von den Löwen sofort sichtbar gerächt. Die Mitarbeiter zeigen`auch: auf ihre Art, und nicht nur durch Minderleistung!

 

Ein Invest an Arbeit, der sich lohnt

 

Klappt das Miteinander bei den Löwen im Zirkus, ist die Vertrauensbasis da. Die Tiere performen. Und fühlen sich dabei auch noch wohl. Ja, es ist harte Arbeit. Aber ein Invest an Arbeit, der sich lohnt.

 

Der Dompteur gewann kürzlich den 1.Preis für seine Dressurleistung beim Zirkus- festival in Monte Carlo. Er wurde damit Weltmeister. Beachtlich.

 

Ich finde, davon kann man was mitnehmen für`s Management:Erst wenn man respektvoll und mit Achtung miteinander umgeht, stimmt auch die Leistung.

 

Finden Sie nicht auch?

                                                                                                (Foto: Janine Grab-Bolliger  / pixelio.de )

 


Annette Alsleben ist Rednerin, Managementberaterin und Coach.

Ihre Spezialisierung ist der Wertewandel im Management.

Als Change-Expertin und Ökonomin mit ca. 20-jähriger Führungserfahrung in Großprojekten bei namhaften internationalen Konzernen (z.B. BMW, LIDL u.a.) arbeitete sie viel mit dem Topmanagement zusammen.

 

Aktuell gibt sie ihr Wissen unterhaltsam und praxisnah auf Vorträgen, Podiums-diskussionen, Workshops und in Interviews weiter. Neugierig geworden? Hier geht`s zum
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