Management by Hamsterrad – wie es anders und besser geht


Neulich auf der Führungskräfte-Veranstaltung eines internationalen Konzerns: der Vorstand berichtete, dass das Unternehmen aktuell massiv mit Qualitätsproblemen kämpfte. Nicht nur intern, auch in den Medien war dies bereits angekommen.

 

Für die anwesenden Manager nichts Neues. Schließlich funktioniert der Flur-Funk. Und natürlich hält man sich auch mit der Fachpresse am Wochenende auf dem Laufenden. Die Botschaft des Vorstands: Leute, so geht das nicht. Ihr müsst Euren Job besser machen. Bringt Eure Leute mehr auf Trab!

 

Kommt aus der ausgepressten Zitrone noch mehr Saft?

 

Klare Ansage. Top-Down adressiert. Was ist die Wirkung? Glauben Sie, dass die Manager die Ansage brauchten, um mit neuer Kraft und gestärktem Rücken zurück zu ihrer Mannschaft zu gehen? Um jetzt endlich die Qualitätsprobleme vom Tisch zu kriegen? Oder das Hamsterrad nun noch schneller lief?

 

Sie haben Recht. Dem war nicht so.

 

Stattdessen beklagten sich die Manager untereinander über die Ansage von oben. Und berichteten mit eingezogenen Schultern abends davon zu Hause. Allgemeines Kopfschütteln. Oberflächlich war die Botschaft des Vorstandes nachvollziehbar. Es gibt Shareholder-Erwartungen zu erfüllen. Der Aufsichtsrat und der Wettbewerb sitzen im Nacken. Letzterer reibt sich lächelnd die Hände.

 

Als Vorstand ist man verantwortlich für die Performance. Der Druck von außen wird nach innen weitergegeben. Über die Methode lässt sich streiten….

 

Qualitätsprobleme als Zeichen für`s „Knirschen im Gebälk“

 

Wie derzeit in vielen Konzernen erlebbar, läuft auch in diesem Unternehmen seit Jahren das Hamsterrad immer schneller. Ständig steigende Umsatzerwartungen, regelmäßige Kostensenkungsprogramme und diverse ineinandergreifende Großprojekte fordern ihren Tribut. Verbunden mit den typischen, laufenden Wechseln auf den Chefstühlen und Umstrukturierungen führte dies zur Überhitzung des Unternehmens. Viele Manager klagten über die nicht mehr leistbare Taktung und Getriebenheit. Liegen da nicht Qualitätsprobleme auf der Hand? Sind sie nicht typischerweise ein Zeichen für „Knirschen im Gebälk“ ?

 

Was es tatsächlich gebraucht hätte, ist ein genaueres Hinschauen. Nicht nur auf die Symptome, sondern auf die Ursachen. Was führt tatsächlich zu den Qualitätsproblemen, worin sind sie denn eigentlich begründet? Hier helfen Offenheit und Transparenz.

 

Hinhören. Verstehen und Begreifen

 

Sowohl formell in Management-Runden und Mitarbeiterbefragungen als auch informell beim Kaffee oder gemeinsamen Mittagessen. Manager schätzen Offenheit, Mitarbeiter schätzen Einbindung. 

 

Natürlich weiß man, dass es mit Jammern nicht getan ist. Und manche Dinge lassen sich einfach nicht abstellen. Die sind so. Aber Manager sind i.d.R. lösungsorientiert aufgestellt. Nicht nur, weil das so erwartet wird. Da liegt dann auch schnell auf der

Hand, wie die Schwierigkeiten vom Tisch zu kriegen sind. Und zwar aus eigener

Kraft, aus den eigenen Reihen. Wenn man ehrlich ist und nicht nur politisch

agiert. Und sich einen Moment die Zeit dafür nimmt, zur Seite tritt und draufschaut.

Das müssen dann nicht erst die Berater von außen analysieren und aufzeigen.

 

Oft sind es auch nur eine Summe von Kleinigkeiten – die im Ergebnis große Entlastungen und Verbesserungen bewirken. Wem fair und mit Respekt begegnet wird, der liefert auch Qualität.

 

Und es läuft wieder wie geschmiert. 

 

                                                                                                                                                                                       (Foto: M.E. / pixelio.de)




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